„Wir haben ChatGPT eingeführt.“
Noch vor kurzer Zeit wäre das für viele Unternehmen ein großer Meilenstein gewesen. Heute ist dieser Schritt häufig nur der Anfang. Denn die Einführung eines KI-Tools bedeutet noch lange nicht, dass in der Organisation auch die notwendige KI-Kompetenz vorhanden ist.
Genau hier zeigt sich aktuell der Unterschied zwischen Unternehmen, die erste Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz sammeln, und Unternehmen, die daraus nachhaltigen Mehrwert schaffen.
Viele Organisationen investieren derzeit erhebliche Summen in neue Technologien. Was dabei oft übersehen wird: Der eigentliche Wert entsteht nicht durch das Tool selbst, sondern durch die Menschen, die es nutzen.
Die gleiche KI kann von zwei Mitarbeitenden völlig unterschiedlich eingesetzt werden. Während die eine Person einzelne Aufgaben schneller erledigt, nutzt die andere die Technologie, um Prozesse neu zu gestalten, bessere Entscheidungen zu treffen und zusätzliche Potenziale zu erschließen.
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI gewinnen deshalb Fähigkeiten an Bedeutung, die weit über die reine Nutzung eines Tools hinausgehen. Dazu gehören
♦ die richtigen Fragen stellen
♦ Ergebnisse kritisch hinterfragen
♦ Risiken erkennen
♦ Informationen einordnen
♦ fundierte Entscheidungen treffen
Genau deshalb ist Weiterbildung heute wichtiger denn je. Allerdings nicht als einmalige Schulung oder als Pflichtveranstaltung im Kalender und es ist auch kein nice to have.
KI-Kompetenz entsteht nicht durch Zuhören, sondern durch Anwenden. Sie entwickelt sich im Arbeitsalltag, durch praktische Erfahrungen und durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit neuen Möglichkeiten und Herausforderungen.
Dabei geht es nicht darum, dass alle Mitarbeitenden zu KI-Experten werden müssen. Viel wichtiger ist ein solides Grundverständnis: Was kann KI leisten? Wo liegen ihre Grenzen? Für welche Aufgaben eignet sie sich besonders gut? Und bei welchen Aufgaben bleibt menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar?
Unternehmen sollten sich daher nicht nur die Frage stellen:
Welche KI-Lösung wollen wir einsetzen? Mindestens genauso wichtig ist die Frage:
Wie befähigen wir unsere Mitarbeitenden, diese Technologien sinnvoll, verantwortungsvoll und produktiv einzusetzen?
Denn Technologie kann man kaufen. Kompetenz muss man entwickeln.
Und genau darin könnte der entscheidende Wettbewerbsvorteil der kommenden Jahre liegen.
Wie ist Ihre Beobachtung? Investieren Unternehmen derzeit gleichermaßen in KI-Tools und in die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden oder liegt der Fokus noch zu stark auf der Technologie?
Ihre Ansprechpartner Marlene Kammer und Helmut Mathy

